Die Macht der Narren

Dass Narrengesellschaften nicht nur in Konstanz auch jenseits der Fasnacht eine gewichtige Rolle spielen, ist bekannt. Wer sich mit ihnen anlegt, muss in der Regel mit heftigem Gegenwind rechnen. Stehen auch noch Wahlen an, kuscht man lieber vor der organisierten Narretei und winkt deren Forderungen kritiklos durch. So geschehen am 20. März im Kulturausschuss.

Ein Wolkenschieber namens Marx

 

Gemeint ist allerdings nicht der gute Karl Marx, sondern Claudius Marx, seines Zeichens Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hochrhein-Bodensee. Sein Unternehmen logiert, wie das Bodenseeforum (BoFo) auch, im gläsernen Pleitebau am Seerhein. IHK-Marx outete sich kürzlich als glühender BoFo-Fan und sucht ab sofort Gleichgesinnte.

Verschleppte Straßenumbenennungen

 

Seit rund zwei Jahren wird in Konstanz über bekannte Personen diskutiert, die mit dem NS-System kooperierten und nach denen immer noch Straßen benannt sind (Conrad Gröber oder Franz Knapp) und die auch immer noch als Ehrenbürger der Stadt geführt werden. Man denkt an Umbenennungen und Aberkennung der Ehrenbürgerschaft, doch die dafür zuständige Kommission kommt nicht in die Gänge

Willi-Hermann-Liederkranz gegründet

Die von Marc Ellegast in Gang gesetzte Petition für den Erhalt der Lieder von Willi Hermann war ein voller Erfolg. 568 Personen haben sie unterschrieben, darunter etwa 400 KonstanzerInnen. Gemessen an der Bevölkerungszahl also gut 0,4 Prozent. Das macht den InitiatorInnen Mut und man will weiterhin dazu beitragen, bei der Einordnung alter Nazis und Kriegsverbrecher neue Akzente zu setzen

„Jazzig und einfach geil“

Soll und darf man auch weiterhin während der Fasnacht die Lieder des NS-Propagandaredners und bekennenden Nationalsozialisten Willi Hermann, der wahrscheinlich auch in Kriegsverbrechen verstrickt war, singen? Sogar eine Petition kursiert mittlerweile im Internet. Man müsse, heißt es da, die Person Hermann und seine Lieder getrennt betrachten. Der bekannte Konstanzer Fasnachter Norbert Heizmann ist da völlig anderer Meinung.